Systemische Erkrankungen und Medikamente, die bekanntermaßen ein trockenes Auge verursachen oder verschlimmern. Sie ersetzen Ihre Diagnose des trockenen Auges nicht — sie erklären sie.

Ihre Diagnose des trockenen Auges beschreibt, was an der Augenoberfläche nicht stimmt — den Subtyp, den Mangel des Tränenfilms, die Befunde an Lid und Oberfläche. Ihre Begleiterkrankungen beschreiben das Warum. Ein Patient mit schwerer Meibom-Drüsen-Dysfunktion und ein Patient mit schwerem Sjögren-Syndrom können beide ein wässrig-defizitäres trockenes Auge haben, doch Behandlung, Verlaufskontrolle und Prognose unterscheiden sich. Getrennte Aufzeichnungen ermöglichen es Ihrer Fachperson, beides auf einen Blick zu sehen.
Vier Gruppen von Erkrankungen, die häufig ein trockenes Auge begünstigen.
Das Immunsystem greift gesundes Gewebe an, darunter die tränen- und speichelbildenden Drüsen.
Hormonelle und metabolische Veränderungen, die die Zusammensetzung des Tränenfilms stören.
Hautentzündungen im Gesicht, die auf die Lidränder übergreifen.
Beiträge der Nerven und des zentralen Nervensystems zum trockenen Auge und zur Wahrnehmung der Beschwerden.
Gängige Wirkstoffklassen, die bekanntermaßen die Tränenproduktion verringern oder den Tränenfilm destabilisieren. Wenn Sie eines davon einnehmen, sollte Ihre Fachperson davon wissen.
Sollen Sekrete austrocknen: Antihistaminika (Benadryl, Zyrtec, Claritin), orale Abschwellmittel (Sudafed).
Anticholinerge Effekte blockieren die Tränensekretion: Antidepressiva (TZA, SSRI), Anxiolytika, Antipsychotika, Parkinson-Medikamente.
Verringern die Flüssigkeit im Körper: Diuretika (Hydrochlorothiazid, Furosemid), Betablocker (Metoprolol, Atenolol, Propranolol).
Isotretinoin (Accutane) — das höchste medikamentenbedingte Risiko für ein trockenes Auge. Verursacht eine Atrophie der Meibom-Drüsen.
Hormonersatztherapie (nur Östrogen) und orale Kontrazeptiva verändern das zelluläre Gleichgewicht der Tränen- und Meibom-Drüsen.
Hoch dosierte NSAR (Ibuprofen, Naproxen), Hydroxychloroquin (Lupus, rheumatoide Arthritis).
Setzen Sie ein verschriebenes Medikament niemals eigenmächtig ab. Ihre Fachperson wägt den Nutzen gegen das Risiko eines trockenen Auges ab und stellt bei Bedarf auf eine Alternative um.