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Themenbereich Begleiterkrankungen

Begleiterkrankungen

Systemische Erkrankungen und Medikamente, die bekanntermaßen ein trockenes Auge verursachen oder verschlimmern. Sie ersetzen Ihre Diagnose des trockenen Auges nicht — sie erklären sie.

Autoimmun & endokrin Medikamentös bedingt Begleiterkrankungen erfasst
Warum wir diese getrennt erfassen

Eine andere Frage als “Welche Art von trockenem Auge haben Sie?”

Ihre Diagnose des trockenen Auges beschreibt, was an der Augenoberfläche nicht stimmt — den Subtyp, den Mangel des Tränenfilms, die Befunde an Lid und Oberfläche. Ihre Begleiterkrankungen beschreiben das Warum. Ein Patient mit schwerer Meibom-Drüsen-Dysfunktion und ein Patient mit schwerem Sjögren-Syndrom können beide ein wässrig-defizitäres trockenes Auge haben, doch Behandlung, Verlaufskontrolle und Prognose unterscheiden sich. Getrennte Aufzeichnungen ermöglichen es Ihrer Fachperson, beides auf einen Blick zu sehen.

Gruppen systemischer Erkrankungen

Vier Gruppen von Erkrankungen, die häufig ein trockenes Auge begünstigen.

Gruppe 1

Autoimmun & rheumatisch

Das Immunsystem greift gesundes Gewebe an, darunter die tränen- und speichelbildenden Drüsen.

  • Sjögren-Syndrom — die unmittelbarste Ursache; zerstört die exokrinen Drüsen.
  • Rheumatoide Arthritis — löst häufig ein sekundäres Sjögren-Syndrom aus.
  • Lupus (SLE) — die systemische Entzündung beeinträchtigt die Tränenproduktion.
  • Psoriasis / Psoriasis-Arthritis — schwere Meibom-Drüsen-Dysfunktion mit rascher Verdunstung.
  • Graft-versus-Host-Erkrankung (okulär) — Immunangriff auf die Augenoberfläche nach einer Transplantation.
Gruppe 2

Endokrin & metabolisch

Hormonelle und metabolische Veränderungen, die die Zusammensetzung des Tränenfilms stören.

  • Diabetes mellitus — Schäden an den Hornhautnerven senken die Lidschlagrate und die Tränenmenge.
  • Schilddrüsenbedingte Augenerkrankung — Vorwölbung des Auges und Lidretraktion legen die Oberfläche frei.
  • Östrogenmangel / nach den Wechseljahren — beeinträchtigt die Funktion der Tränen- und Meibom-Drüsen.
Gruppe 3

Dermatologisch

Hautentzündungen im Gesicht, die auf die Lidränder übergreifen.

  • Okuläre Rosazea — Meibom-Drüsen-Dysfunktion, Teleangiektasien am Lidrand, instabiler Tränenfilm.
  • Anteriore Blepharitis — bakterielle Überbesiedlung oder Demodex-Milben am Wimpernansatz.
Gruppe 4

Neurologisch & psychisch

Beiträge der Nerven und des zentralen Nervensystems zum trockenen Auge und zur Wahrnehmung der Beschwerden.

  • Neurotrophe Keratitis — eine Schädigung des Trigeminusnervs macht die Hornhaut unempfindlich und unterbindet den Reflex-Tränenfluss.
  • Fazialisparese (Bell-Lähmung) / Parkinson — vermindertes Blinzeln führt zu Trockenheit durch Exposition.
  • Depression / Angst — gehen mit gesteigerter Schmerzwahrnehmung und stärkeren Beschwerden einher.
  • Nach LASIK / nach refraktiver Chirurgie — vorübergehende Schädigung der Hornhautnerven nach der Operation.

Medikamentös bedingtes trockenes Auge

Gängige Wirkstoffklassen, die bekanntermaßen die Tränenproduktion verringern oder den Tränenfilm destabilisieren. Wenn Sie eines davon einnehmen, sollte Ihre Fachperson davon wissen.

1 · Allergie & Erkältung

Sollen Sekrete austrocknen: Antihistaminika (Benadryl, Zyrtec, Claritin), orale Abschwellmittel (Sudafed).

2 · Psychiatrisch & neurologisch

Anticholinerge Effekte blockieren die Tränensekretion: Antidepressiva (TZA, SSRI), Anxiolytika, Antipsychotika, Parkinson-Medikamente.

3 · Herz-Kreislauf

Verringern die Flüssigkeit im Körper: Diuretika (Hydrochlorothiazid, Furosemid), Betablocker (Metoprolol, Atenolol, Propranolol).

4 · Dermatologisch

Isotretinoin (Accutane) — das höchste medikamentenbedingte Risiko für ein trockenes Auge. Verursacht eine Atrophie der Meibom-Drüsen.

5 · Hormontherapien

Hormonersatztherapie (nur Östrogen) und orale Kontrazeptiva verändern das zelluläre Gleichgewicht der Tränen- und Meibom-Drüsen.

6 · Chronische Schmerzen & Entzündung

Hoch dosierte NSAR (Ibuprofen, Naproxen), Hydroxychloroquin (Lupus, rheumatoide Arthritis).

Setzen Sie ein verschriebenes Medikament niemals eigenmächtig ab. Ihre Fachperson wägt den Nutzen gegen das Risiko eines trockenen Auges ab und stellt bei Bedarf auf eine Alternative um.